Welche Online-Casinos sind in der Schweiz konzessioniert?
Von Sven Holzmann, Fachautor und Analyst für Geldspielregulierung · · Lesezeit rund 8 Minuten

Wer das Thema Casino ohne Lizenz verstehen will, sollte auch die andere Seite kennen: den legalen, konzessionierten Markt. Diese Seite erklärt, welche Anbieter überhaupt eine Schweizer Konzession besitzen können, wie das System aufgebaut ist und vor allem, wie Sie eine Konzession selbst prüfen. Bewusst verzichten wir auf ein Ranking oder eine Empfehlung; massgebend ist immer die offizielle Liste der ESBK.
Wer darf überhaupt eine Schweizer Online-Konzession erhalten?
In der Schweiz dürfen ausschliesslich bestehende, landbasierte Spielbanken online Spielbankenspiele anbieten. Voraussetzung ist eine Konzessionserweiterung, die vom Bundesrat erteilt wird, sowie zusätzlich eine Bewilligung der ESBK für die einzelnen Spiele. Erst wenn beides vorliegt, darf ein Anbieter seine Online-Aktivität aufnehmen. Rein ausländische Anbieter sind von diesem Weg ausgeschlossen, was die Grundlage der gesamten Diskussion um Casino ohne Lizenz in der Schweiz bildet.
Diese Struktur ergibt sich direkt aus dem Konzessionssystem der ESBK. Die offizielle Darstellung der Online-Spielbanken und das Verfahren dokumentiert die Behörde auf ihrer Seite zu den Online-Spielbanken der ESBK; die rechtliche Grundlage steht auf Fedlex.

Wie gross ist der konzessionierte Markt heute?
Aktuell sind rund ein Dutzend Anbieter mit einer Online-Konzession tätig. Der Online-Bruttospielertrag der konzessionierten Schweizer Casinos lag 2024 bei rund 310 Millionen CHF, ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat sich der legale Online-Markt seit der Öffnung 2019 deutlich etabliert.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden zudem langfristig neu geordnet. Der Bundesrat hat die Spielbankenkonzessionen für die Periode 2025 bis 2044 erteilt. Anders als die früheren Konzessionen, die nach sechs Jahren Ende 2024 ausliefen, gelten die neuen Konzessionen 20 Jahre. Insgesamt empfahl die ESBK 22 Konzessionen, davon 12 vom Typ B und 10 vom Typ A.

Welche Anbieter werden genannt und was zählt wirklich?
In Berichterstattung und Marktübersichten tauchen immer wieder dieselben konzessionierten Marken auf, darunter Casino777, mycasino, Swiss4Win und Jackpots.ch. Diese Anbieter gehören zu landbasierten Schweizer Spielbanken und treten online auf. Wir nennen sie hier ausschliesslich als Kontext und nicht als Empfehlung; eine Bewertung oder Rangfolge nehmen wir bewusst nicht vor.
Entscheidend ist ein Grundsatz: Massgebend ist allein die offizielle, vollständige Liste der ESBK unter dem Stichwort Online-Spielbanken. Marktübersichten und Vergleichsseiten können veralten, Marken können sich ändern, und kommerzielle Rankings verfolgen eigene Interessen. Wer sichergehen will, prüft die Quelle direkt bei der Behörde. Wie man Anbieter abseits des regulierten Marktes nach Jurisdiktion einordnet, zeigt die Seite zu den Anbieter-Kategorien ohne Schweizer Lizenz.

Wie prüfe ich eine Konzession selbst?
Die Eigenprüfung ist unkompliziert, wenn man weiss, worauf zu achten ist. Ein konzessionierter Anbieter weist eine offizielle Konzession aus, und die Behörde führt eine öffentliche Liste aller zugelassenen Online-Spielbanken. Folgende Schritte helfen bei der Einordnung:
- Den Namen des Anbieters mit der offiziellen ESBK-Liste der Online-Spielbanken abgleichen.
- Prüfen, ob der Anbieter zu einer landbasierten Schweizer Spielbank gehört, denn nur diese können eine Online-Konzession erhalten.
- Im Zweifelsfall nicht auf Werbeaussagen oder Vergleichsseiten verlassen, sondern direkt die Behördenquelle konsultieren.

Diese Eigenprüfung ist auch deshalb wichtig, weil nicht bewilligte Anbieter teils mit ausländischen Lizenzen werben, die mit einer Schweizer Konzession nicht gleichzusetzen sind. Wie sich solche Anbieter bewerten lassen und wo die Grenzen der Prüfbarkeit liegen, behandelt die weiterführende Diskussion zu den Lizenz-Jurisdiktionen. Den thematischen Gesamtüberblick bietet die Einstiegs-Roadmap.
Hilfe bei problematischem Spielverhalten
Auch bei lizenzierten Angeboten gilt: Geldspiel kann süchtig machen. Die nationale Helpline von SOS Spielsucht erreichen Sie rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 040 080. Informationen finden Sie bei SOS Spielsucht und Sucht Schweiz.
Über den Autor
Sven Holzmann beschäftigt sich seit über zwölf Jahren mit der Regulierung von Online-Geldspielen im deutschsprachigen Raum, mit besonderem Fokus auf das Schweizer Geldspielgesetz und die Aufsichtspraxis von ESBK und Gespa. Er legt Wert auf die sachliche Einordnung von Angeboten ohne werbliche Verzerrung. Mehr über Sven Holzmann.
Erstellt vom Redaktionsteam „Casino Ohne Lizenz”.